Grünes Band Newsletter - Infoplattform für das längste Biotopverbundsystem Europas
Während derzeit vor allem mögliche negative Auswirkungen der Grenzöffnung im Zuge des Schengen-Abkommens wie steigende Kriminalität und Arbeitsplatzverlagerung diskutiert werden, wird die grenzüberschreitende Zusammenarbeit eher stiefmütterlich behandelt. Ein Ergebnis der Kooperation zwischen Naturschützern in den Ländern entlang des ehemaligen Eisernen Vorhangs sind zwei unterschiedliche Newsletter mit aktuellen Meldungen zu Projekten, Veranstaltungen und Aktivitäten am Grünen Band, dem heute längsten Biotopverbundsystem Europas. Mehr...
Der deutschsprachige Newsletter zum Grünen Band kann auf der Website des österreichischen Naturschutzbundes www.naturschutzbund.at aufgerufen werden. In der jüngsten Ausgabe (Nr. 16) wird eine neue Internetseite www.greenbelteurope.eu vorgestellt. Die Seite, die sich mit dem zentraleuropäischen Teil des Grünen Bandes von Polen bis Kroatien beschäftigt, wendet sich nach eigener Aussage an Naturliebhaber und Touristen, aber auch an Schulklassen und Journalisten, die Einblicke in die Naturschätze entlang des ehemaligen Grenzstreifens gewinnen möchten. Wichtig für die User ist der Hinweis, dass die Seite, an der Naturschützer aus acht Ländern arbeiten, derzeit nur auf Englisch vorliegt und einen schnellen Internetzugang sowie die Installation des (kostenlosen) Flash-Players erfordert. Ermöglicht werden damit u.a. virtuelle Reisen entlang einzelner Grenzabschnitte.
Themen früherer Ausgaben sind Geschichte und Entwicklung des Grünen Bandes, seine Bedeutung als Korridor für Wildtiere wie Luchs und Wolf, aktuelle Gefährdungen, aber auch Mitmachangebote in internationalen "Green Belt Camps". Viel Raum ist besonders schutzwürdigen oder gefährdeten Gebieten in Osteuropa (Tschechien, Slowenien, Slowakei) gewidmet.
Aktuelle Informationen zum Grünen Band in englischer Sprache bietet die Seite www.europeangreenbelt.org.
Dort kann ein weiterer (englischer) Newsletter abgerufen werden. Betreiber ist hier die Weltnaturschutzunion IUCN mit ihren europäischen Partnerverbänden. Im Mittelpunkt steht die Vision eines "Grünen Bandes vom Eismeer bis zum Schwarzen Meer", das auf einer Länge von über 8.500 km durch 23 Staaten wertvolle Lebensräume entlang des früheren Eisernen Vorhangs absichert, aber auch nachhaltige Landnutzungssysteme initiiert.
Die Newsletter, die vierteljährlich bis monatlich erscheinen, sind professionell gestaltet, reich bebildert, verzichten auf Werbeanzeigen und sogar auf Spendenportale. Die einzelnen Ausgaben können zurückverfolgt, als PDF gespeichert und damit bequem archiviert werden. Die zum Teil recht umfangreichen Texte dürften allerdings eher ein Fachpublikum als den "vertikalen" Zufallsleser ansprechen. Impressum und Kontaktadressen sind gut sichtbar, weiterführende Themen - etwa zum Grünen Band an der ehemaligen innerdeutschen Grenze - finden sich auf verlinkten Seiten. Schwachpunkte: Der deutsche Newsletter kann zwar abonniert, dann aber nicht mehr ohne weiteres abbestellt werden (kein "unsuscribe"). Auch die persönliche Ansprache mag man vermissen, der User wird lediglich als "Liebe Freundin, lieber Freund des Grünen Bandes" begrüßt.
Mein Fazit: Wer Informationen zu aktuellen europäischen Naturschutzthemen sucht und sich für die neuen EU-Mitgliedsstaaten interessiert, wird mit den Newslettern gut bedient. Um alle Angebote (insbesondere der integrierten Karten) zu nutzen, sollte jedoch ein komfortabler Internetzugang vorhanden sein.
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