Dienstag, 5. Februar 2008

Hausaufgabe von Otto

Kritisch und unabhängig
„ngo-online“ – eine etwas andere Zeitung
Arbeitsplatzabbau trotz Gewinnexplosion, staatlicher Überwachungseifer, wankelmütiger Klimaschutz sind wichtige Themen. Wen die Ursachen und Hintergründe solcher Themen interessieren, sollte die „ngo-online Internet-Zeitung für Deutschland“ lesen. Sie berichtet aus dem Blickwinkel der Schwächeren und konzentriert sich auf Ereignisse, die die Mainstream-Medien meist links liegen lassen. Durch ihren werktäglichen, kostenlose Newsletter gibt sie engagierten Menschen einen schnellen Überblick über das aktuelle Geschehen.


Für engagierte Menschen
„ngo-online Internet-Zeitung für Deutschland“
Machete durch den Informationsdschungel

Die digitale Zeitung mit dem etwas sperrigen Titel - daher kurz ngo-online (www.ngo-online.de) - ist besonders für Menschen interessant, die sich zum Beispiel in einer Umwelt-, Menschrechts- oder Friedensgruppe engagieren, einer Nicht-Regierungsorganisation also (englisch: Non-Governmental-Organisation NGO). An den vorherrschenden Printmedien und ihren Internet-Ausgaben kritisieren derartige Aktivisten, dass gesellschaftskritische Fragestellungen, Berichterstattung und Kommentierung ungenügend berücksichtigt werden. Auch die von den Mainstream-Medien behauptete Unabhängigkeit, stößt in dieser Zielgruppe gelinde gesagt auf Zweifel.

Wer gezielt in die öffentliche Debatte eingreifen will, wird sich vom journalistischen Konzept von ngo-online bestätigt sehen. Das Konzept konstatiert zunehmenden Meinungsjournalismus und bemängelt eine fehlende Bereitschaft, nach der Wahrheit zu suchen. Die Gründe dafür sieht ngo-online in der „engen Verzahnung der meisten Medien mit Nachrichtenagenturen und mit den Interessen von Gesellschaftern, Anzeigenkunden und politischen Parteien.“

Anders als die bestens ausgestatteten Presseabteilungen von Unternehmen und Lobby-Verbänden mangelt es den ehrenamtlich Tätigen sowohl an Wissen und Knowhow und vor allem an Zeit und Geld. Da es aber auch in den Redaktionen oft an Zeit mangelt, wird hier gerne auf die gebrauchsfertigen Pressemitteilungen von Unternehmen und Institutionen zurückgegriffen. Gegenrecherche und Hintergrundaspekte bleiben da schnell auf der Strecke. Weil die politische Willensbildung und die machtpolitische Durchsetzung von Interessen heute in erheblichem Maße über die Medien erfolgt, benachteiligt das solche Gruppen besonders.

Andes als bei den Mainstream-Medien, wo die eigentliche Nachricht durch massiven Werbung in den Hintergrund gerät, wird man bei ngo-online kaum durch Werbung abgelenkt. Wer an deren bunte Bildwelten gewöhnt wurde, wird diese bei ngo-online zunächst vermissen. Wird dabei aber merken, dass Fotos die fehlende Hintergrundbetrachtung und Einordnung eines Ereignisses nicht ersetzen können.

ngo-online will die unterschiedlichen Probleme und Interessen der Starken im Gegensatz zu jenen der Schwachen deutlich machen und den Argumenten dieser mehr Gehör verschaffen. Entsprechend betrachtet ngo-online aktuelle Reformvorhaben und Grundsatzpositionen und benennt die handelnden Personen und Institutionen. Es geht weniger um Tagesaktualität, sondern um die Strukturprobleme hinter den täglichen Ereignissen. ngo-online sieht sich als Moderator, eines anspruchsvollen Wettstreits der Fakten und Argumente von Personen und Institutionen mit den verschiedensten politischen Interessen.

ngo-online ist eine Machete im Informationsdschungel aufgrund folgender Nutzungsmöglichkeiten: Suchefunktion, thematische Darstellung der (auch älteren) Artikel nach Rubriken wie u. a. Krieg/Frieden, Armut/Reichtum, Lobbyismus, Umwelt, Verbraucherschutz, die Hervorhebung bestimmter Artikeln unter „Lesenswert“, die Rubrik Magazin, Leserbriefe und vor allem der jeden Werktag erscheinende Newsletter. Man kann ihn kostenlos abonnieren, indem man die eigene Mailadresse in eine Eingabezeile zu Beginn der Startseite www.ngo-online.de einträgt.

Herausgeber von ngo-online ist der gleichnamige gemeinnützige Verein. Die Redaktion umfasst neun Personen. Auch wenn man sich selbst nicht den Aktiven rechnet, oder sich vielleicht sogar mehr dem entgegengesetzten weltanschaulichen Lager zurechnet, bietet die Lektüre dieser Internet-Zeitung einen guten Einblick in die in diesem Spektrum verbreiteten Informationen.

Keine Kommentare: